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ARCHITEKTIN KATHARINA KULLA

FISCHELN. Architektin Katharina Kulla muss die Interessen von drei unterschiedlichen Nutzern unter einen Hut bekommen.
Von Egon Traxler
Pünktlich zum 100-jährigen Bestehen konnte der Umbau des Begegnungszentrums in Fischeln an der Anrather Straße 89 beendet sein. Das wichtige Backsteingebäude liegt auf dem Gelände des früheren Wimmershofs. Im Jahre 1911 wurde dort unter Bürgermeister Wilhelm Stefen das „Fischelner Krankenhaus“ als Lungenheilanstalt erbaut. Es nimmt sich dort seit 2003 der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), seit fast zwanzig Jahren das Theater Hintenlinks und als ältester Mieter seit 1974 der Kindergarten „Wühlmäuse“ an.
Voraussichtlich ab Mai ist aber das Radikalkur ausgesetzt. Das Gebäude hat über vier Etagen eine Nutzfläche von über 1000 Quadratmeter aufweist, wird generalüberholt. Aus dem Konjunkturpaket II stehen für den Umbau rund 800.000 Euro zur Verfügung.
Architektin Katharina Kulla steht vor einem Bündel schwieriger Aufgaben. Das Haus auf dem rund 5000 Quadratmeter großen Grundstück muss für die drei Mieter umstrukturiert, energetisch saniert und barrierefrei gestaltet werden. „Nicht einfach, aber reizvoll“, sagt Kulla, die vor ihrem Studium überbelegte hatte, Archäologie zu werden „Hier habe ich von beiden Berufen ein bisschen“, schmunzelt sie.
Profitieren werden viele Mieter von dem Umbau. Im Untergeschoss schafft der Begegnungsbereich einen wichtigen Bereich für künftig einen Gruppenraum und einen Bereich für jüngere Bewohner, die eine Betreuung benötigen. Im Erdgeschoss wird ein neuer Aufzug eingebaut.
Ein Aufzug sorgt für die Barrierefreiheit im Gebäude. Das Theater von Peter Gutowski wird künftig in weiteren Teilen des Hauses genutzt. Den ASB untergebracht. Die Samariter erhalten neue Räume. Die „Wühlmäuse“ bekommen im Erdgeschoss und in der ersten Etage Räume für insgesamt 165 Quadratmeter. Alle Elemente des Gebäudes müssen durch den Umbau ergänzt werden.
Architektin Katharina Kulla (r.) koordiniert mit Claudia Ellinghoven vom Fachbereich Liegenschaften. Für die „Wühlmäuse“ ist ein Bewegungsraum vorgesehen. Die Kinder erhalten einen neuen Spielbereich im Garten.Die aus Fischeln stammende Architektin (MSM-Gymnasium) hat in Krefeld schon mehrere namhafte Projekte realisiert. Sie hat u.a. den elf Millionen Euro teuren Umbau der alten Husarenkaserne an der Westparkstraße in das Gesundheitszentrum Salve gestaltet. An der Hansastraße restaurierte sie das Kaiserliche Einsenbahnamt für eine Mehrgenerationenhaus ,am Maria-Hilf baute Sie das Gesundheitszentrum.
Projektgruppe Konjunkturpaket der Stadt verweist den energetischen Aspekt. „Es werden alle alten Fenster erneuert. Eine neue Heizung mit Brennwerttechnik wird montiert. Das gesamte Souterrain unter der Erde wird ausgeschachtet und zusätzlich gedämmt.“ Abgeschlossen sein sollen die Arbeiten Ende des Jahres. Schwierig sei das Unternehmen vor allem deshalb, so Claudia Ellinghoven, „weil der gesamte Umbau bei laufendem Betrieb erfolgen muss. Wir hoffen, dass die Mieter dafür Verständnis haben.“ Birgit Bertrand plant für ihre 50 „Wühlmäuse“ schon vor. „Wir stellen eventuell ein Zelt im Garten.“